Teige

die Zeit scheint gerade zu verlaufen, objektiv immer gleich schnell und gleich langsam und gleichmäßig, messbar, verlässlich wie der klassische Typus des „Strebers“ oder der der „Streberin“, nie krank, immer vorbereitet, immer auf alles gefasst, immer vorwärts schreitend, nie zurück, ein Hut, ein Stock, ein Re-gen-schirm, und vorwärts, vorwärts, vorwärts, vor, und eins, und zwei, und drei, und vier, und zählbar selbstverständlich auch, messbar und zählbar und sehr verlässlich, zu verlässlich vielleicht, weil die Verlässlichkeit, die Regelmäßigkeit (ja, regelmäßig!) ja geradezu die Subjektivität herausfordert, anstachelt zur Sinnlosigkeit, zu eigenen, unobjektiven Wahrnehmungen, zu déjà-vus und anderen Chronologiebrüchen, zu subjektiven Stillständen wie beim Schlafen, zu noch subjektiveren Stillständen wie in diesen Momenten kurz vor dem Niesen, das die Nase nicht ermöglicht, aber so sehr ermöglichen will, zu Zeitdehnungen aus Langeweile und Wunschdenken und Angst, zu träumerisch-vorgriffigen, übergriffigen und unbegreiflichen Phantasien, Wunschdenkereien und Phrophezeiungen
und wenn niemand hinsieht, wenn es niemand merkt und vor allem weil es nie jemand merken würde, macht sich die Zeit einen Spaß daraus, sich diese verrückte, sinnlose, unnötige, nichtsnutzige Subjektivität anzueignen, sie pausiert, stoppt, rewinded, pflanzt Gedanken in Gehirne ein wie zum Beispiel: Menschen die ihren Skype-Namen nach einem Jahr bereuen sollten sich nicht für morgen einen Termin im Tatoo-Studio ausmachen und: Souvenirs sind nur was wert wenn niemand weiß, dass es welche sind und: alles was gratis ist, ist gut und muss ausgenutzt werden und: wie könnte ich mich am besten umbringen und: wie könnte ich jemanden am besten davon abhalten, sich umzubringen und: wie könnte ich mein Bett am schnellsten zu Fall bringen ohne selbst mitzufallen oder vielleicht doch auch und würde ich dabei verletzt werden oder einfach nur einschlafen und dann stehst du auf der Straße und wunderst dich woher diese Gedanken kommen, aus dem Nichts natürlich, denn niemand spaziert einfach so auf der Straße und denkt sich: der Himmel ist schwarz, obwohl er doch gerade so blau aussieht, oder grau und wolkenverhangen, oder gar nicht vorhanden im Sichtfeld ist und niemand sieht 15:57 auf dem Wecker stehen, denkt sich, gut, eh erst drei, steht auf, und wundert sich ein paar Minuten später, dass es ja bereits vier am Nachmittag ist, niemand wird aufgeweckt von Ängsten wie: habe ich meine Augen geschlossen oder könnte mir jemand im Schlaf die Sehkraft nehmen, jeder zuckt kurz vorm einschlafen oft plötzlich zusammen, aber niemand denkt dabei an Dinge wie: Diäten oder: selbstgebackene Torten oder: den Weltfrieden, normalerweise nicht, heißt: nicht, nie, vorausgesetzt, die Zeit verläuft chronologisch und regelmäßig und messbar und geradeaus, nicht rückwärts, seitwärts, stopp und verwirrt alles, was ihr in die Quere kommt.

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dreißig Sätze: dein Traumhaus

du willst eine Zeit im Irrenhaus verbringen (und du wärst von dieser Bezeichnung nicht angegriffen).
du willst nicht ins Gefängnis, weil du im Gefängnis weniger Freiheiten hättest und dich beweisen müsstest oder unterdrückt würdest.
du willst nicht so weitermachen wie du es gerade tust, denn du willst nicht wissen, wohin das führt.
du willst eine Zeit lang im Irrenhaus verbringen und wissen, wohin dich das führt. du hättest einen geregelten Tagesablauf, wie im Gefängnis, nur besser. du könntest über deine Zeit selbst bestimmen, gewissermaßen. du würdest vielleicht sogar Medikamente bekommen. du könntest deinen Schlafmangel nachholen, oder aber im Gegenteil ihn noch verstärken. um mehr Medikamente zu bekommen. um eine andere Wahrnehmung zu bekommen. und dich vor dir selbst zu beweisen.

du möchtest eine Zeit im Irrenhaus verbringen, weil dir dort niemand schreiben kann „ich will das Zimmer morgen besichtigen“ und sich dann nie mehr meldet, weil du dort nie glauben wirst, die perfekte Wohnung gefunden zu haben, sie dann aber zu weit weg ist oder im Erdgeschoss oder im sechsten Stock ohne Aufzug oder viel zu teuer ist oder zu wenig Zimmer hat, weil du dort einfach stundenlang schreiben und lesen und spielen und lernen und Leute beobachten und vor allem nichts tun könntest, weil dich niemand schief anschauen würde, wenn du nichts tätest, vor allem du selbst nicht.
du möchtest wissen, wie gut du es wirklich aushalten kannst, von den Menschen, die du kennst, auf diese Weise getrennt zu sein, möchtest wissen, ob sich mit Verrückten leichter Freundschaften schließen lassen als mit den anderen, und was für Freundschaften das dann wären, im Vergleich. du möchtest wissen ob du dich auf Besuche freuen würdest, oder ob sie dir ärgerlich wären, weil sie dich ablenken würden vom Mandala, von Mayröcker, von Mahjong, vom Malkasten.

du willst wissen wie es wäre und wie es ist und welches Irrenhaus du dir aussuchen würdest, real oder fiktiv, was würdest du nehmen, wo würdest du dich selbst einschreiben, sofort, ohne Zögern.

stundenlang am Bett liegen und denken oder versuchen, nicht zu denken, oder Gedanken nachgehen, für die du jetzt keine Zeit hast, sie aber natürlich trotzdem denkst.
stundenlang aus dem Fenster starren und bald jedes einzelne Blatt kennen, das dir in den Blick kommen könnte, jedem einzelnen Ziegelstein einen Namen gegeben haben.
stundenlang zuhören und reden und versuchen, alles gesagte und gehörte und sonstwie aufgeschnappte aufzuschreiben, als wärst du eine Romanfigur, mit einem perfekten Gedächtnis, die sich alles merken kann, jede Silbe richtig wiedergibt, oder sich zumindest nicht eingesteht, dass sie falsch liegen könnte, und die selbstverständlich nur handlungswesentliches sagt und tut und denkt und will und weiß und isst und trinkt und fühlt.

endlich gerade sitzen lernen, endlich meditieren lernen, endlich alles lernen können, für das jetzt nie Zeit oder Geduld oder Konsequenz vorhanden ist, angefangen mit luzidem Träumen, aufgehört mit Sprachen. wobei Sprachen vielleicht schwierig werden könnten, die Aussprache zumindest, ohne Vorlage, ohne Gegenüber, aber auch das schaffbar, sicher möglich, mit der Zeit, mit den richtigen Mitteln, warum nicht. warum nicht auch gleich internationales Personal einstellen oder nur mit ausländischen, deiner Muttersprache unfähigen Patienten verkehren.
warum nicht gleich einen Plan zeichnen, einen Entwurf für dein Vorzugsirrenhaus, fiktiv, aber doch real, in die Realität umgesetzt, bald, sobald ein Sponsor gefunden ist, einer, der mit einer Sponsorin verheiratet ist, das gibt mehr Geld, doppelt so viel, da ist dann Platz für doppelt so viele Wünsche und Anregungen und Raum für nur halb so viele Beschwerden. ein schönes Gebäude muss es sein, ansprechend, mit Bowlingkeller und Bibliothek und Weinkeller und ruhigen Arbeitsräumen und aktuellem medizinischem Equipment und Gesellschaftsräumen und ausreichend Toiletten und privaten Duschen und leistbar, selbstverständlich, für jeden leistbar, der etwas dazu beitragen möchte. alle Neuankömmlinge dürfen sich einen Raum aussuchen, einen neuen, den sie gerne hätten oder einen, der schon da ist und den sie besonders gern mögen, und dann dürfen sie einmal im Monat vierundzwanzig Stunden pausenlos in diesem Raum sein und machen, was sie wollen, mit diskreter Aufsicht eventuell, raumabhängig, und bereitgestellter Nahrung, menschabhängig. ein Garten ist auch ein Raum für manche Menschen und für den Winter gibt es dann den Wintergarten und Zelte und Fernrohre und Mikroskope und begehbare Kleiderschränke sowieso. und privat angestellte Schneider, die alles zurechtnähen und -stopfen und -flicken, was einer nicht mehr haben will, aber dem anderen nicht passt. und Köche und Frisöre, die Interessenten auch etwas beibringen, und regelmäßige Parties und Gruppenumarmungsminuten statt Schweigeminuten. und bunte Wände oder aber schwarze Wände, die mit Neonfarben besprüht, bemalt, bespritzt, bedruckt sind. und Tanzsäle und eine Bar im Weinkeller, der natürlich gleichzeitig auch ein Bierkeller ist und Butterscotch immer lagernd hat.

dein Traumhaus ist ein Irrenhaus.

Fragmen-Tee

was für eine Serie wäre dein Leben? eine Liebeskomödie? (aber dafür müsstest du zu viele schlechte Küsse, schirche Bilder, mehr oder weniger Vergewaltigungen und quasi alle Enttäuschungen streichen.) ein actiongeladener Thriller? (aber dafür müsstest du zu viel dazu erfinden und auch noch irgendwie für all die atemberaubenden special effects zahlen.) ein nie wirklich spannender Krimi? (aber das stand eigentlich sowieso nie zur Auswahl.) welchen Aspekt deines Lebens würdest du behalten? was müsstest du alles ändern um die ganzen Schauspieler, Regisseure und Autoren zufrieden zu stellen? welche Teile deines Lebens sind verzichtbar, welche sind dir am wichtigsten, „was macht dich aus“?

2,50€ für eine einzige Flasche voller Beißkugerln ausgeben und sie dann so lange schütteln und aufdrehen, schütteln und aufdrehen, bis du dich fragst, ob eine Flasche Alkohol nicht besser gewesen wäre, wenn andere Drogen schon nicht erlaubt sind im Flugzeug.

es ist nie eine gute Idee, zwei Drogen („“) zu kombinieren, deren Wirkungen sich ziemlich genau überdecken (bzw. bei denen nicht immer wirklich klar ist, was genau jetzt auf welche Substanz zurückzuführen ist, bzw. bei denen das keinen Unterschied macht). es ist eine noch schlechtere Idee, die stärkste Wirkung dieser Drogen zu unterschätzen und zu glauben, dass es möglich ist, diese zwei Nächte hintereinander zu ignorieren. erst Recht, wenn mehr als eine Person beteiligt sind. das kann ja dann nur zu einem befriedigenden Ergebnis führen. (‚Nie?)

am Flughafen krampfhaft versuchen, die Aufmerksamkeit von sich wegzulenken, aber dann erst doch nicht bemerkt werden, maximal der Hund schnüffelt an deinem Koffer und das auch nur, weil die Kleidung darin unfassbar stinkt, das nennt man fehlplatzierte Enttäuschung.

Füße. Füße überall, Schuhe, um genauer zu sein und Hosen, viele Hosen. zwei, drei Strumpfhosen, ein Rock, oder vielleicht hast du welche übersehen, keinen Schottenrock jedenfalls, das wäre dir aufgefallen, oh, noch eine Strumpfhose, seufz. zu viel Zeit, viel zu viel Zeit, viel, viel zu viel Zeit. viel zu früh ist die Zeit außerdem (nicht, dass die Zeit selbst etwas dafür könnte), da ist noch niemand ansprechbar, zumindest niemand, den du gut kennst, du würdest den oder die ja auch nicht gut kennen wenn sie jetzt schon ansprechbar wären, nicht wahr? seufz.

grauslicher Tee im Flugzeug, nie wieder, nie wieder, wenn dein Hals nicht so spioniert wäre, hättest du dir das eh nie angetan, du musst merklich das Gesicht verziehen, es ist einfach nur sauheißes Wasser mit Farbstoff und einem ekligen metaphorischen Teeblatt drin, es ist einfach nur zum verzweifeln, und nach dem grindigen Pappbecher schmeckt es natürlich auch noch, kotz, würg, du versuchst, es nicht auszuspucken, wahrhaftig, du übertreibst nichtmal ein kleines bisschen, also entweder ist da wirklich Teein drin oder ein sich so sträubendes Gehirn kann vor lauter Ekel nicht wach bleiben, du schüttelst dich, lange, wenigstens tut die Wärme ein bisschen gut, sonst wärst du schon längst weg, ganz weg, wirklich, wobei Suizid im Flugzeug wahrscheinlich eine zu große Herausforderung wäre, aber #challengeaccepted, der Geruch macht dir grausliche Gänsehaut, raus, einfach nur raus, #escape, please – ah, es ist vorbei, halbhallelujah, weil du den Geschmack fix nicht bald los bist, rülps.

what a / water – melon

Menschen wie Absatzlosigkeit

es gibt Menschen wie du und es gibt Menschen wie ich. Menschen wie du wissen immer, was sie zu sagen haben. Menschen wie du können kochen und leben und selbstständig sein. Menschen wie ich wissen erst, wenn es zu spät ist, dass sie etwas falsches gesagt haben. Menschen wie ich können kein einziges Geheimnis für sich alleine bewahren. Menschen wie ich besitzen zwar Empathie (naja, fast), können aber nicht richtig damit umgehen. Menschen wie ich müssen alles immer irgendjemandem erzählen, egal was, egal wem (naja, fast). Menschen wie ich verletzen Menschen wie dich. Menschen wie ich fangen gerade erst an, leben zu lernen. Menschen wie du müssen „wenn ich mich umbringe, ist es deine Schuld“-Sätze in den Mund nehmen. Menschen wie du kennen den Reiz, den ein Geheimnis erzeugt, dieses „ich weiß was, was du nicht weißt“-Gefühl. Menschen wie ich können nur Dinge wie „wenn du dich wirklich umbringen wollen würdest, hättest du das schon längst getan“ und „ich kann genauso an meinem Grab stehen und sagen: mir waren alle Menschen egal, alle, ausnahmslos“ bzw. ein unglaubwürdig klingendes „sorry“ in Krisensituationen aussprechen. Menschen wie ich hassen es, wenn Menschen wie du über jemanden lästern und denken sich Sachen wie „soll ich das der betreffenden Person erzählen?“ und „würde ich wissen wollen, wer was über mich lästert?“ bzw. schlimmstenfalls „aber über mich lästert doch eh keiner!“ Menschen wie ich sollten hungrig und müde und geistig halb abwesend keine Gespräche führen dürfen. Menschen wie ich hassen es, immer überlegen zu müssen, wer was von wem seit wann warum und wieviel genau weiß. Menschen wie wir hatten vielleicht nie wirklich eine Chance, gleichwertig miteinander zu kommunizieren. Menschen wie wir haben einfach eine nicht-kompatible Philosophie in solchen Dingen. es gibt Menschen wie du und es gibt Menschen wie ich.

durchmachen and then some

sie sagen,
deine Augenlider werden schwer, fallen zu,
aber das stimmt nicht. mit deinen Lidern ist alles in Ordnung,
mit deinen Augen soweit auch. ein bisschen fixiert sind sie halt und dein Blick wird kurz verschwommen,
wenn du ihn zu weit weg vom Ausgangspunkt richten musst, Augen schließen schadet auch nicht,
für eine viertel Sekunde, oder vielleicht eine halbe,
oder doch auch länger. dann siehst du wieder alles scharf,
ganz normal, wie immer,
nein, du merkst keinen Unterschied,
alles gut.

dein Kopf soll schwer sein,
aber es ist nicht die Schwere des Kopfes, die dich stört,
sondern seine Unhaltbarkeit. nicht, dass er dir vom Hals fallen würde,
dafür sorgst du schon,
nein, vielmehr könnte er jeden Moment nach vorne oder nach hinten knicken,
und wer weiß, wann er dann wieder raufkommen würde,
das nächste Mal. vom potentiellen Genickbruch garnicht erst anzufangen.

vor der Kälte hat dich niemand gewarnt,
oder wenn, hast du es wohl nicht mitbekommen. dabei war dir doch eben noch so heiß. hast du das Fenster zu spät geschlossen? Zeitgefühl existiert ja keines mehr in deinem Kopf,
die Zeit vergeht viel zu schnell,
oder du denkst einfach langsamer als sonst,
oder beides,
oder die Uhren verarschen dich und wenn du hinschaust bleiben sie stehen und wenn du wegschaust holen sie die ganze Zeit nach, die du sie angestarrt hast,
and then some.

nein, müde,
wieso denn, wer kommt denn auf sowas,
nein, vielleicht vor ein paar Stunden, wo es noch dunkel war,
aber jetzt, nein, nein, hellwach,
gut, vielleicht nicht gerade hell,
aber doch wach. wach genug. die Schriftart der Worte, die du gerade liest,
ändert sich,
aber was ist schon bedenklich daran? kommt sicher vom stundenlangen immer-auf-denselben-Bildschirm-starren.

Synonyme

du gehst und gehst und versuchst das Loch in deinem Magen zu ignorieren. du versuchst das Loch in deinem Magen zu ignorieren und deine Schritte zu beschleunigen und dich auf deine Gedanken zu konzentrieren. du willst dich auf deine Gedanken konzentrieren und nicht auf das Loch in deinem Magen und du willst, dass die Zeit schneller vergeht.

links, rechts, links, rechts, links, rechts, es ist eine alte Leier, eine zu alte Leier; bald werden deine Gedanken davon nicht mehr ausgefüllt, zu bald. vor allem nervt dich, dass du offensichtlich immer eine der beiden Richtungen betonen musst. links, rechts, links, rechts, links, rechts, so viel zur Gleichberechtigung. du seufzt, atmest, ein, aus oder aus, ein, du weißt es bald nicht mehr, und dann fängst du von neuem an, aber diesmal umgekehrt, das heißt, wenn dein linker Fuß den Boden berührt denkst du rechts und wenn dein rechter Fuß den Boden berührt denkst du links, also

rechts, links, rechts, links, rechts, links, rechts, links. das hältst du länger durch als die allerherkömmlichste Variante, aber nicht lange genug, um die Schmerzen in deinem Magen vergessen zu können. nach einiger Anstrengung kannst du es aber bei dieser Variante erreichen, keine Richtung vorzuziehen. (rechts, links, rechts, links, rechts, links, rechts, links.) allerdings bist du in nicht paradox genuger Stimmung und auch nicht geduldig genug um bei dieser Möglichkeit stehen zu bleiben.

rechts, links, rechts, links, rechts, links, rechts, links, rechts, links – diesmal änderst du deine Gedanken nicht, oder nur halb. denn dir fällt auf, dass dein linker Fuß den Boden verlässt wenn dein rechter auf ihn fällt – und umgekehrt. also hast du etwas von beidem, eine perfekte Symbiose sozusagen. du denkst beim richtigen Fuß, aber der richtige Fuß macht die falsche Bewegung: rechts, links, rechts, links, rechts, links, rechts, links, rechts, links. die perfekte Lösung, vielleicht. vielleicht lässt sie dich nur lange genug das Loch in deinem Magen vergessen, lässt dich vergessen, dass du dich infizieren würdest, wenn du es berühren würdest, lässt dich vergessen, dass du das eigentlich willst, also es berühren, nicht, dich infizieren, denn sterben willst du nicht, noch nicht, aber Blut hast du schon immer gemocht, und einen Vakuummagen sowieso, nicht nur wegen dem doppelten Doppelbuchstaben.