Beulen

eigentlich hätte ich dir auch Honig mitbringen wollen. aber dann hab ich ihn doch nicht genommen“, das sagt ein gebender Mensch zu einem nehmenden Menschen, ein Sackerl überreichend. es gibt eine Umarmung und Glückwünsche, Busserl rechts, Busserl links, Busserl rechts. sie setzen sich wieder.

du weißt doch, dass ich keinen Honig esse. außerdem wäre das Eulen nach Athen zu tragen“, so der genommene Mensch zu dem gegebenen Menschen. der gegebene Mensch, jetzt gabenlos, nickt oder lacht auch.

wieso denn das?“ es schaltet sich ein dritter Mensch dazwischen, ein außenstehender, ein danebenstehender Außenseiter. die ersten beiden blicken ihn an und nehmen seinen Einschub zur Kenntnis. sie tragen ihm das Lauschen offenbar nicht nach.

ich betreibe eine Imkerei“, gesteht der genommene Mensch, der beglückwünschte.*

aber der Außenstehende muss den Witz zerstören, indem er erklärt, dass „Eulen nach Athen tragen“ auf spanisch „vender miel al colmenero“ heißt, also „dem Imker Honig verkaufen“.

*die Autorin wäre mit diesem Ende sehr zufrieden gewesen, aber der Vollständigkeit halber fühlt sie sich verpflichtet, die ganze ihr zugetragene Geschichte zu Ende zu führen.

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